„Kochen plus“ – eine Kochgruppe der ganz besonderen Art
Im August 2005 startete eine Gruppe engagierter StudentInnen der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit in Berlin ein ehrenamtliches Projekt: „Kochen plus“, ein gruppenpädagogisches Angebot für wohnungslose und ehemals wohnungslose Männer und Frauen. 14-tägig treffen sich ca. zehn Menschen mit zwei Ehrenamtlichen in einer Berliner Wohnungslosentagesstätte. Gemeinsam wird entschieden, was gekocht werden soll, anschließend gehen zwei bis drei aus der Gruppe selbstverantwortlich einkaufen. Gekocht wird dann zusammen, so werden gemeinsam die Kartoffeln geschält, das Gemüse geputzt und geschnitten und der Salat angerichtet.
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Gemeinsam werden Kartoffeln geschnitten |
Wichtig ist den TeilnehmerInnen, dass sich das Essen vom „normalen“ Tagesstättenessen unterscheidet, so gehören zu den bisherigen Lieblingsessen z. B. Fischfilet mit Ratatouille und Kartoffelpüree, selbstgemachte Pizza und Hähnchenbrust mit Tomatensauce und Reis. Ein frischer Salat gehört immer dazu, und die Botschaft lautet: „lecker, gesund und preiswert!“.
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Ein frischer Salat gehört immer dazu |
Viele der TeilnehmerInnen haben früher sehr gern gekocht und es sind sogar einige darunter, die in besseren Zeiten als professionelle Köche ihr Geld verdient haben. Dadurch lernen alle mit- und voneinander, also auch häufig die ehrenamtlich Tätigen von den Gruppenmitgliedern. So bekennt die das Projekt betreuende Dozentin: „Ich kann nur auftauen!“.
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Einige TeilnehmerInnen haben früher als professionelle Köche gearbeitet |
Wie eine Diplomarbeit zu diesem Projekt ergeben hat, ist die Kochgruppe für viele der TeilnehmerInnen ein unverzichtbarer Teil ihrer Freizeitgestaltung geworden. Die Besonderheiten des Projektes für die TeilnehmerInnen sind vor allem die geringe Gruppengröße, die familiäre Atmosphäre sowie die Verbundenheit zur Gruppe und die Flucht aus den alltäglichen Problemen – eben ein Stück Normalität.
Zu Beginn wurde die Gruppe vom örtlichen Lions Club und vom Bezirksamt unterstützt, mittlerweile sind alle Folgeanträge abgelehnt worden und die Gruppe sucht händeringend SponsorInnen oder Menschen, die für das Projekt spenden. Pro Kochaktion werden 20-30 Euro benötigt, und eigentlich sind auch Grillfeste wie einmalig 2007 und ähnliche Aktionen geplant. Die erhebliche Mehrzahl der TeilnehmerInnen bezieht Hartz-IV-Leistungen, wobei auch hier, z. B. durch die Kürzung von Leistungen, Unterschiede im Einkommen bestehen. Um niemanden auszuschließen und Konkurrenz und Neid in der Gruppe zu vermeiden, wurde die Idee einer Kostenbeteiligung der TeilnehmerInnen schnell wieder verworfen. Zurzeit bezahlen die Studierenden die Lebensmittel aus ihrer eigenen Tasche.
für die Gruppe: Susanne Gerull, April 2008
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Das Motto: lecker, gesund und preiswert! |



